Gitarren Reparatur

Gitarren-Service und Reparaturen:

Wie fast alle Dinge brauchen auch Gitarren von Zeit zu Zeit etwas Pflege oder dann und wann sogar eine Reparatur. Und weil eine Gitarre (auch die elektrische) im Grunde kein Gerät ist, in dem komplizierte Technik steckt, gibt es nur selten Totalschäden und man kann nahezu jeden Mangel beheben. Abgesehen davon macht es ungleich mehr Spaß auf einer perfekt funktionierenden Gitarre zu spielen ...

DIE WICHTIGSTEN STATIONEN AUF DEM WEG ZUR PERFEKTEN GITARRE :

Ganz oben auf dieser Liste finden wir das Thema Saiten: viele wissen (immer noch) nicht, dass Gitarren-Saiten eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als das Instrument selbst. Womit angedeutet werden soll, dass Saiten für die Gitarre eine ähnliche Rolle spielen wie die Ersatz-Farbpatronen für den Drucker, die - wenn sie leer werden - rechtzeitig ausgetauscht werden sollten. Man könnte Saiten also als Verbrauchsmaterial betrachten und es schadet sicher nicht, wenn man einen kleinen Vorrat an Ersatz-Saiten hat, denn die braucht man bekanntlich immer dann, wenn es gerade gar nicht passt. Saiten altern nicht nur, was zunächst "nur" zu einer schlecht klingenden, aber immer noch spielbaren Gitarre führt - sie reißen auch gelegentlich ab. Das passiert erfahrungsgemäß  immer dann, wenn man gerade irgendwo seine Künste vorführen will. Übrigens sind alte, abgespielte oder gar rostige Saiten besonders anfällig und reißen viel schneller als neue. Wer jetzt eine Ersatzsaite dabei hat, kann die Situation noch retten - wer keine hat, steht dumm da ...

Klare Sache, soweit sollte man es erst gar nicht kommen lassen - rechtzeitiger Saitenwechsel ist also angesagt ! Das kann - obwohl man dazu kein Genie sein muss - nicht jeder selbst machen oder man hat einfach nicht die Zeit dazu. Mit den entsprechenden Werkzeugen geht's zwar recht flott, aber als Hobby-Musiker hat man solche Tools nur selten daheim. Und - etwas Fachwissen sollte man auch haben, denn wenn man seine Gitarre schon von den alten Drähten befreit hat, dann sollte man sich auch gleich die Zeit für Einstellungen und Pflege nehmen. Schließlich sollte die Gitarre ja auch gut aussehen ...

Reinigen: Staub, Schweiss und womöglich Schmutzablagerungen, die dem verqualmten Proberaum angelastet werden können, machen aus jeder einst schönen Gitarre ein verdrecktes, klebriges Instrument. Jetzt, da die alten Saiten schon mal 'runter sind, wäre der richtige Zeitpunkt, der ganzen Klampfe wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Und weil wir es richtig machen wollen, haben wir einen Plan: zunächst untersuchen wir unsere Gitarre mal auf Schäden und beheben diese - sofern möglich. Beispielsweise lose gewordene Stimm-Mechaniken oder (bei E-Gitarren) Reglerknöpfe wieder festziehen. Danach wenden wir uns dem Griffbrett zu, das meistens aus unbehandeltem Holz besteht. Man kann sich im Fachhandel ein spezielles Griffbrettpflegemittel kaufen, was aber häufig kein preiswerter Spaß ist, oder sich mit bewährten Hausmittelchen behelfen. Möbelwachs oder Pflege-Öl sind auch gut und auf jeden Fall besser als nichts zu tun. Wichtig - das Wachs oder Öl gut einziehen lassen, bevor man die Saiten wieder aufzieht ! In dieser Zeit können wir uns nun den Bünden bzw. den Bundstäbchen zuwenden. Allerdings sollte der Laie nicht mehr tun als die Bünde zu polieren - für andere Dinge sollte man nicht auf den Rat eines Fachmanns verzichten. Z.B. die Einstellung der Halskrümmung oder das Abrichten des Sattels kann (sofern nicht korrekt durchgeführt) ohne Erfahrung mehr schaden als nützen. Und die Einstellung der Intonation am Steg kann den Anfänger in den Wahnsinn treiben und womöglich zu Taten verleiten, die man später bereut. Also bitte nur Bünde-Polieren - dazu eignet sich feines Poliervlies, wie man es im Baumarkt kriegt, recht gut ...

Um die lackierten Holzteile unserer Gitarre wieder auf Hochglanz zu bringen, kann man die Pflegemittel verwenden, die sich auch für die Möbelpflege eignen. Also zunächst kommt ein Staubtuch zum Einsatz, mit dem der Staub entfernt wird. Danach kommt - falls es nötig ist - mildes Möbel-Spray oder -Politur zum Einsatz. Hartnäckige Flecken behandeln wir zunächst mit einem feuchten (nicht triefend nassen) Tuch - falls das nicht hilft, kann vielleicht Reinigungs-Alkohol oder etwas Spiritus zum Erfolg führen. Von Nagellack-Entferner, Terpentin und ähnlichem Zeug lassen wir aber die Finger - das würde Lackschäden verursachen, die nicht wieder gutzumachen sind. Autopolituren sind nur bedingt brauchbar und sollten nicht zu oft verwendet werden. Sicherheitshalber sollte man sich über die Eigenschaften der Politur informieren - bleiben Zweifel, sollte man auf den Gebrauch lieber verzichten ...

Es gibt auch Gitarren, die unlackiert sind oder mit besonderen Lacken oder Lasuren behandelt sind - bei diesen Instrumenten sollte ausser dem Staubtuch nichts zum Einsatz kommen. Falls doch eine intensivere Reinigung nötig ist, sollte man sich unbedingt genau darüber informieren, welche Reinigungsmittel geeignet sind. Unüberlegtes Handeln könnte fatale Folgen haben ...



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